Experteninterviews transkribieren

In Experteninterviews zählt vor allem, was gesagt wird: Wissen über Abläufe, Entscheidungen und Zusammenhänge. Themera erstellt aus der Aufnahme ein Transkript mit Sprechern und Zeitmarken, das Sie mit der Aufnahme im Ohr korrigieren und anschließend auswerten oder exportieren.

30 Minuten kostenlos transkribieren. Ohne Kreditkarte.

Wie genau muss ein Experteninterview transkribiert werden?

Meuser und Nagel (1991) halten aufwendige Notationssysteme, wie sie narrative Interviews oder Gesprächsanalysen brauchen, für Experteninterviews für überflüssig: Es geht um geteiltes Wissen, nicht um Pausen, Betonung oder Stimmlage. Wie viel Sie transkribieren, richtet sich nach der inhaltlichen Relevanz der Passagen.

In der Praxis heißt das meist: ein einfaches, gut lesbares Transkript mit Sprecherkürzeln und Zeitmarken. Stimmen Sie die Regeln trotzdem mit Ihrer Betreuung ab und nennen Sie sie im Methodenteil. Eine Übersicht der gängigen Regeln finden Sie im Artikel zu Transkriptionsregeln.

Wo automatische Transkription bei Expert*innen danebenliegt

Legen Sie sich vor dem Gegenlesen eine kurze Liste der Fachbegriffe an. Wiederkehrende Fehler korrigieren Sie im Editor mit „Suchen und ersetzen“ in einem Schritt, einzelne Stellen hören Sie per Klick auf die Zeitmarke nach.

  • Fachbegriffe, Abkürzungen und Produktnamen, die im Alltag selten vorkommen.
  • Namen von Organisationen, Gremien und Gesetzen, oft in mehreren Schreibweisen.
  • Zahlen, Jahreszahlen und Mengenangaben, die für die Auswertung wichtig sind.
  • Telefon- und Videointerviews mit schlechter Leitung oder Hall im Raum.

Pseudonymisieren: Funktion und Organisation verraten oft mehr als der Name

Bei Expert*innen reicht es selten, den Namen zu ersetzen. „Die Leiterin der Pflegedirektion am einzigen Klinikum der Stadt“ ist auch ohne Namen erkennbar. Die Pseudonymisierung in Themera schlägt deshalb neben Personen auch Organisationen, Orte und auffällige Details vor. Sie prüfen jeden Treffer, bevor etwas ersetzt wird, und behalten die Zuordnungsliste bei sich.

Mehr dazu, warum ein Transkript ohne Namen noch nicht anonym ist, steht im Artikel Transkripte anonymisieren.

Vom Transkript zur Auswertung

Für den Anhang exportieren Sie das Transkript als Word-Datei mit Zeilennummern, damit Sie Stellen wie „Interview E2, Z. 41“ belegen können. Wer in MAXQDA weiterarbeitet, wählt Zeitmarken im Format #hh:mm:ss-x# am Absatzende. Oder Sie werten direkt in Themera aus; wie das bei Experteninterviews methodisch aussieht, beschreibt der Artikel Experteninterviews auswerten.

Häufige Fragen

Reicht ein einfaches Transkript für Experteninterviews?

Meist ja, weil der Inhalt im Vordergrund steht. Maßgeblich sind die Vorgaben Ihres Fachs und Ihrer Betreuung; legen Sie die Regeln vor dem Transkribieren fest.

Lassen sich falsch erkannte Fachbegriffe auf einmal korrigieren?

Ja. Im Editor ersetzt „Suchen und ersetzen“ einen Begriff im gesamten Transkript. Groß- und Kleinschreibung wird dabei beachtet.

Was passiert mit der Aufnahme?

Sie wird in der EU gespeichert und von Mistral AI in Paris transkribiert. Nach der Prüfung können Sie die Aufnahme mit einem Klick löschen; das Transkript bleibt erhalten.

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